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Ordenseintritt
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Eintritt in den Kapuzinerorden

Mit achtzehn Jahren - wohl ein Jahr vor dem Abitur - er­füllte Albert sein gottgegebenes Versprechen. Am 23. No­vember 1893 erhielt er in Sigolsheim im Elsass das Gewand des Poverello von Assisi und den Ordensnamen Anizet, frei­lich ohne zu ahnen, wie zutreffend dieser Name (Anikä-tos = der Unbesiegbare) für ihn werden sollte. Sigolsheim gehörte zur Rheinisch-Westfälischen Kapuziner­provinz. Im Kulturkampf (1872-1878) hatte sie alle in Preussen liegenden Klöster verloren, sich aber danach wider Erwarten rasch erholt. Der Ordensnachwuchs war so stark, dass nicht nur die aufgehobenen Klöster wieder besetzt, son­dern noch neue Niederlassungen gegründet wurden. Von 1890 bis 1895 - in Frater Anizets jungen Ordensjahren -wies die wiedererstandene Provinz einen Zuwachs von 83 Klerikern und 48 Brüdern auf. Das kam auch der Ordens­zucht zugute, weil man auf Eignung und Gesundheit der Bewerber stärker achten konnte. Für die strenge Lebens­weise zeugt, dass trotzdem von den 15 Klerikern des Novi­ziatsjahrgangs 1893, dem Frater Anizet angehörte, vier Kle­riker im jugendlichen Alter von 23, 24 (zwei) und 31 Jahren gestorben sind.

Die aszetisch-theologische Ausbildung als späterer Seelsorger war bei Frater Anizet die im Orden übliche: ein Jahr Novi­ziat und sechs Jahre Hochschulstudium, davon vier Semester Philosophie, die er im Hausstudium zu Kleve absolvierte, und acht Semester Theologie, die er in Münster und Krefeld verbrachte. Bei Frater Anizet kam nach dem Noviziat als Abschluss seiner Gymnasialfächer noch ein humanistisches Studienjahr in Münster/Westfalen hinzu. Die Eigenart der Ausbildung im Orden war ausschliesslich auf die spätere Tätigkeit ausgerichtet. Für Kandidaten, die für die wissenschaftliche Laufbahn vorgesehen waren, kam ein Spezialstudium an einer Universität in Frage. Da es sich in den Ordensschulen um kleine Kurse handelte, war die gei­stige Ausbildung sehr persönlich gehalten. Besonderer Wert wurde in diesen Jahren auf die religiös-sittliche Ausbildung gelegt, die man einem geeigneten, vorbildlichen Ordens­mann als Magister anvertraute. Einschneidende Erlebnisse waren die feierliche Gelübdeablegung und als Krönung die Priesterweihe. Die einfache Profess legte Frater Anizet am 24. November 1894 in Sigolsheim, die feierliche drei Jahre später, am 25. November 1897, in Münster ab. Die Priester­weihe, die der aus Holland stammende Kapuzinermissions­bischof Emanuel van den Bosch in der Klosterkirche zu Krefeld erteilte, fiel auf das Fest Maria Himmelfahrt 1900.



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